Sipadan Island ist weltbekannt für seine Unterwasserwelt

Sipadan ist eine kleine Insel im Osten Borneos in den Gewässern der Celebessee. Sie liegt ungefähr 35 Kilometern vor der Küste von Semporna in einem der reichhaltigsten marinen Lebensräume der Welt. Auf einem rund 600 Meter unter der Wasseroberfläche befindlichen Vulkan haben sich über Jahrtausende Koralle gebildet. So entstand eines der spannendsten Tauchgebiete der Welt. Denn genau das ist es heute. Ein absolutes Tauchmekka und unbestritten das reizvollste Tauchziel Malaysias. Sipadan ist weltweit bekannt für sein reiches, intaktes und vielfältiges Ökosystem. An der Insel ziehen starke Strömungen vorbei. Es ist daher ein optimaler Ort, um die großen Unterwasserbewohner zu treffen.

Sipadan tauchen mit Schildkröten
Schildkröte bei Sipadan

In Sipadan wurden bisher über 3.000 Fisch- und weit mehr als einhundert Korallenarten entdeckt. Haie sind hier bei fast jedem Tauchgang garantiert. Weißspitzen-Riffhaie, Graue Riffhaie, Fuchshaie, Walhaie und Hammerhaie können je nach Jahreszeit gesehen werden. Auch Schildkröten leben in den Gewässern um Pulau Sipadan im Überfluss. Nicht selten sieht man 10 oder 15 Schildkröten verschiedener Arten während eines Tauchgangs. 

In Sipadan gibt es viele Haie
Hai-Tauchen
Unterwasserwelt

Weitere Highlights sind Barrakudas und Big-Eye Jacks, die sich in Schulen von Hunderten formieren und durch das Wasser wirbeln. Wenn Tiefenströme Plankton aus den Untiefen des Meeres heraufspülen tauchen außerdem Mantas auf. Neben dem großen Abenteuer hat Sipadan aber auch einiges für Makro-Fans zu bieten. In den unberührten Riffen wimmelt es nur so an Leben. Nacktschnecken, Drückerfische, Muränen, Feuerfische und unzählige mehr sind hier zu finden.

Kofferfisch
Barrakuda-Schule
Feuerfisch
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Tauchplätze nahe der Insel

Rund um Sipadan Island befinden sich über 10 Tauchplätze, die alle einen besonderen Reiz haben. Die Tauchspots sind durch steile Wände, die teilweise bis auf den Meeresboden reichen, und starke Strömungen geprägt. Wegen der steilen Wände befinden sich einige Plätze ganz dicht am Ufer. Man meint gar nicht, dass es so dicht an der Insel interessantes Meeresleben geben kann, wird aber eines Besseren belehrt…

Sipadan - Tauchen mit Barrakudas

Barracuda Point

Der Name lässt es schon erahnen. Der Tauchplatz ist nach den hier eigentlich immer vorhandenen Barrakudas benannt. Oft kommen sie in Schulen von Hunderten oder Tausenden vor und formieren sich zu einem Tornado. Barracuda Point ist ein typischer Wandtauchgang, der in 18 Metern Tiefe zu einem Kanal führt. Hier herrscht eine außergewöhnlich starke Strömung, und so wirst du den Kanal extrem schnell entlang getrieben. Auf dem Boden herrscht ein vielfältiges Marko-Leben. Am Ende des Kanals warten meist die Barrakudas. Neben Barrakudas werden auch Schwarzspitzenriffhaie, Adlerrochen und natürlich Schildkröten immer wieder gesehen. Barracuda Point ist zu Recht einer der beliebtesten Tauchplätze auf Sipadan. Die Chance auf „Barrakuda-Tornados“ ist vergleichsweise hoch. Hast du das Glück, erlebst du ein einziges Spektakel.

Mit Haien tauchen

South Point

South Point ist eine rund 15-minütige Bootsfahrt vom Sipadan-Jetty entfernt. Typisch für Sipadan beginnt auch dieser Tauchgang an einer Wand, ehe auf etwa 20 Metern ein Felsvorsprung wartet. Dahinter geht es allerdings wieder steil bergab in die Tiefen der Celebessee. South Point ist außerdem ein weiterer Tauchspot für große Fische. Starke Strömungen ziehen verschiedene Haie, darunter neben Riffhaien manchmal auch Hammerhaie und Fuchshaie, an. Auch Adler- und Teufelsrochen können oft, Manta-Rochen manchmal entdeckt werden. Ein Tauchgang ohne Schildkröte gibt es am South Point quasi nicht. Ganz im Gegenteil. Für gewöhnlich sieht man derer zehn oder mehr. Unzählige bunte Riff-Fische verleihen den sowieso bunten Riffen zusätzliche Farbe und runden das South-Point-Erlebnis vollends ab.

Tauchen Sipadan Jetty

Sipadan Jetty

Der Sipadan Jetty liegt direkt am Strand am nördlichen Ende Sipadans. Von hier ist der Weg zum ersten Tauchgang nicht mehr weit. Denn schlagartig geht es bis auf den Meeresboden in über 600 Metern Tiefe bergab.
Es wartet ein spektakulärer Wandtauchgang mit vielen bunten Korallen auf dich. Üppiges, buntes Getummel in den Korallen, auf der anderen Seite Weißspitzenriffhaie, Rochen, Schulen von Barrakudas und weitere Highlights. Gelegentlich werden am Sipadan Jetty auch Leopardenhaie gesichtet.

Turtle Cavern in Sipadan - Schildkrotenskelett

Turtle Cavern

Wenige Meter vom Strand entfernt beginnt auch der Tauchgang zur Turtle Cavern. In rund 20 Metern Tiefe befindet sich ein gewaltiges Höhlensystem: das Schildkrötengrab. Hier wurden in der Vergangenheit vielfach Skelette von Schildkröten gefunden. Unter den heimischen Guides heißt es deshalb, Schildkröten kämen zum Sterben hierher. Auch außerhalb der Höhle dominieren Schildkröten die Szenerie. Diese sind aber nicht die einzigen Highlights. Große Schulen an Barrakudas und Big-Eye Jacks sind hier genauso zu finden wie Weißspitzen-Riffhaie.

In Sipadan wimmelt es von Schildkroeten

West Ridge

West Ridge liegt an der Westseite Sipadans. Hier stürzen die Wände direkt bis auf rund 2.000 Meter Tiefe ab. Auch West Ridge bietet daher interessante, steile Wandtauchgänge. Bei Sichtweiten von oftmals um die 40 Meter lässt sich das Treiben bis in rund 60 Meter Tiefe gut beobachten. Und dort sind manchmal Hammerhaie zu sehen. Für eine bestmögliche Sicht in die Tiefe empfiehlt es sich, hier nachmittags zu tauchen. Das hat außerdem den Vorteil, dass die Sonne die farbenprächtigen Mauern dann perfekt anstrahlt und zum Glänzen bringt. Auch auf der Westseite sind Schildkröten regelmäßige Besucher. Haie kommen hier etwas weniger vor als an den anderen Tauchplätzen.

Mantas sieht man in Sipadan oft

Mid-Reef

Mid-Reef liegt an der Ostseite von Sipadan Island. Nach circa 10-minütiger Fahrt mit dem Boot vom Jetty erreicht man einen besonders bunten Tauchplatz.
Bei Tauchtiefen von nur 15 Metern liegt das Hauptaugenmerk auf bunten Korallen, die Unterschlupf für ein vielfältiges, buntes Treiben sind. Außerdem ziehen Mantas und Teufelsrochen hier regelmäßig vorbei. Auch Barrakudas können oftmals entdeckt werden.
Mit etwas Glück erlebst du auch hier das Spektakel, wenn sie sich zu einem großen Tornado formieren und durch das tiefe Blau wirbeln. Wie auf Sipadan üblich gilt auch hier, dass Schildkröten quasi garantiert sind.

Tauchsaison in Sipadan

Grundsätzlich kann auf Pulau Sipadan ganzjährig getaucht werden. Die beste Zeit ist allerdings in der Trockenzeit von März bis Juni sowie im Oktober und November. Dann sind die Tauch-Bedingungen am besten. Das Meer ist zu dieser Zeit für gewöhnlich ruhig und die Sichtweite beträgt nicht selten um die 40 Meter. Und auch zum Sonne-Tanken ist dies eine gute Zeit. Denn das Wetter ist meist sehr gut und knackig warm. Das Wasser ist auf Sipadan Island sowieso ganzjährig angenehm warm und lädt auch neben den Tauchgängen zum Baden ein. 

Von Dezember bis Februar ist Regenzeit. Zwar regnet es dann nicht den ganzen Tag in Strömen, die regelmäßigen Regenfälle führen dennoch zwangsläufig zu einer erheblichen Verschlechterung der Sichtweiten. Auch im August und September ist die Sicht oftmals schlechter, da dann heftige Stürme in der Region auftreten können.
Zwischen April und September kommen Grün- und Kieferschildkröten auf die Insel um ihre Eier abzulegen. Ist man zur richtigen Zeit hier und hat etwas Glück, kann man auch dieses Ereignis erleben.

Fuchshai bei Sipadan Island
Fuchshai

Unterkünfte auf der Insel

Sipadan liegt rund 25 Kilometer südlich von Semporna in der Celebessee. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es auf der Insel keine. Die Tauchausflüge müssen von umliegenden Inseln oder dem Festland organisiert werden. Es gibt ganz viele verschiedene Möglichkeiten. Vom Homestay für ein paar Euro pro Nacht bis zu luxuriösen Resorts für mehrere hundert Euro am Tag. Die meisten Taucher nächtigen auf der nahe gelegenen Mabul Island. Dort stehen einige Unterkünfte zur Auswahl. 

Bei der Wahl der Unterkunft solltest du aber unbedingt darauf achten, dass diese auch Permits für Sipadan enthält. Bei den meisten Unterkünften ist ein Tauchtag in Sipadan inbegriffen, wenn du für mindestens 3 oder 4 Nächte buchst. Garantieren kann dir dies vorab aber niemand. Je länger du bleibst, desto größer ist die Chance. 

Zum Glück gibt es im direkten Umfeld von Sipadan noch einige erstklassige Tauchgebiete. Alternativ gibt es Tauchsafaris in das Gebiet. Frühzeitiges buchen ist insbesondere in der Hauptsaison von März bis Mai unbedingt empfehlenswert. Die Unterkünfte sind dann recht schnell ausgebucht.

Strand von Sipadan Island
Strand von Sipadan Island

Anreise nach Sipadan

Die Anreise nach Sipadan erfolgt über den Flughafen von Tawau. Von dort gibt es eine gute Straßenanbindung in das rund 80 Kilometer entfernte Semporna. Die Fahrt dauert ungefähr eine Stunde. Von Semporna benötigt man noch einmal rund 20 bis 25 Minuten mit dem Boot bis Sipadan. Bei Tauchausflügen vom Festland wird die Fahrt von der Tauchbasis koordiniert. Hast du hingegen eine Bleibe auf einer Nachbarinsel, musst du dich dort erkundigen, wie die An- und Abreise erfolgt.

Reisewarnung des Auswärtigen Amtes

In der Vergangenheit, auch der jüngeren, kam es im Meeresgebiet zwischen den Süd-Philippinen und Sabah zu Entführungen und sogar einer Ermordung. Das Gebiet umfasst auch Sipadan und die Umgebung. Das Auswärtige Amt rät daher schon seit vielen Jahren von Reisen u. a. nach Sipadan ab. Die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes sollten unbedingt beachtet werden.

Unsere Empfehlung für Pulau Sipadan

Die unglaubliche Unterwasser-Vielfalt und -Dichte Sipadans sollte jeder Taucher während einer Borneo-Reise erlebt haben. Die Vielzahl an Schildkröten ist ein absoluter Hingucker, Haie sorgen für ehrfürchtige Begegnungen und Tornados von Barrakudas sind ein großes Highlight. Nicht viele Tauchgebiete auf der Welt bieten dir solch große Chancen, all diese Höhepunkte in einem einzigen Tauchgang zu sehen. Intakte, bunte Korallen voller Leben runden das einmalige Erlebnis ab. 

Die hervorragenden Sichtweiten und die steilen Wände sind sehr trügerisch. Schneller als man meint ist man tiefer als gedacht. Zwischen all dem interessanten Treiben darf man also nicht vergessen, auch den Tauchcomputer im Auge zu behalten. Selbiges gilt für den Finimeter, denn auch die Zeit geht leider deutlich schneller rum als man meint.

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