Ein Besuch im Sepilok Orangutan Rehabilitation Centre

Am Rande des Kabili Sepilok Forest Reserve befindet sich das Sepilok Orangutan Rehabilitation Centre. Das Center liegt nur ca. 20 Kilometer westlich von Sandakan und ist gut erreichbar. Es ist eine Einrichtung zum Schutz von Orangutans. Ziel des Programms ist es, verwaiste, gefangen gehaltene, verletzte oder vertriebene Menschenaffen wieder in die Wildnis zurückzuführen. Das Zentrum besteht bereits seit 1964. Seither wurden hier über 700 Orangutans betreut. Über 80 % der Tiere konnten erfolgreich auf ein Leben in Freiheit vorbereitet und ausgewildert werden.

Orangutan im Sepilok Orangutan Rehabilitation Centre
Orangutan im Sepilok Orangutan Rehabilitation Centre

Der Orangutan zählt aufgrund von Wilderei und Vernichtung seines natürlichen Lebensraums leider zu den bedrohten Arten. Früher wurden in der Einrichtung auch Sonnenbären, Elefanten, Sumatra-Nashörner und Gibbons behandelt. Das Programm zum Schutz der Sonnenbären (BSBCC) ist mittlerweile umgezogen und direkt nebenan beheimatet. Das bietet dir den Vorteil, dass du den Besuch beider Center optimal miteinander verbinden kannst. Die beiden Rehabilitations-Einrichtungen teilen sich teilweise die erforderliche Infrastruktur.

Heute leben ungefähr 60 bis 80 ausgewilderte Tiere frei in dem angrenzenden 43 Quadratkilometer großen, unberührten Reservat. Etwa 25 Orangutans sind im Sepilok Orangutan Rehabilitations-Zentrum untergebracht und werden dort für ein Leben in Freiheit trainiert. Zweimal täglich werden die freilebenden Affen gefüttert. Es gibt nämlich nicht zu jeder Jahreszeit genügend Früchte im Regenwald, so dass die Tiere zusätzlich unterstützt werden. Außerdem sollen die Tiere auch nach ihrer Auswilderung noch unterstützt werden, wenn sie dies anfangs noch brauchen. Besucher des Sepilok Orangutan Rehabilitation Centre können die Tiere während der Fütterungen von einer Aussichtsplattform beobachten.

Orangutan in Sepilok
Orangutan in Sepilok
Sepilok Orangutan Rehabilitation Centre Mutter mit Jungem
Mutter mit Jungem

Während der Fütterungszeit hat man die größten Chancen, freilebende Menschenaffen zu sehen

Die meisten Bereiche der Einrichtung sind für Besucher nicht zugänglich. Außerdem ist es kein Zoo, in dem die Tiere in kleinen Gehegen zur Schau gestellt werden. Ganz im Gegenteil. Es empfiehlt sich daher, das Sepilok Orangutan Rehabilitations-Zentrum während der Fütterungszeiten zu besuchen. Sie sind morgens um 10 Uhr und nachmittags um 15 Uhr. In dieser Zeit hast du die besten Chancen, die Menschenaffen live zu sehen.

Fütterung im Sepilok Orangutan Rehabilitation Centre
Fütterung im Sepilok Orangutan Rehabilitation Centre

Plane ein etwas früher dort zu sein. Nach der Ankunft an der Einrichtung braucht es nämlich ein wenig Zeit, bis man an der Aussichtsplattform angekommen ist. Am Eingang musst du Rucksack, Essen und Trinken in ein Schließfach einschließen und der Eintritt muss gezahlt werden. Und dann ist es auch noch ein kurzer Weg bis zur Plattform. Da die Orangutans aber vielleicht etwas früher dran sind, empfiehlt es sich, schon 20 bis 30 Minuten vor der Fütterung an der Plattform zu sein. Es ist nämlich ein eindrucksvolles Erlebnis, wenn diese großen Affen sich durch die Baumkronen schwingen und zur Futterstelle hinabklettern. Zunächst hörst du nur ein Rascheln, ehe du das rot-braune-Fell durch den dichten Regenwald schimmern siehst. Kurz darauf kannst du beobachten, wie er sich in 30 oder 40 Metern Höhe ganz sicher von Baum zu Baum hangelt. Fotos davon zu machen oder ein Video zu drehen ist leider schwer, da der Dschungel sehr dicht und die Sicht dadurch sehr beschränkt ist.

Unten angekommen machen sich die Primaten über die Früchte her, tollen an den gespannten Seilen herum und posieren für Fotos. Regelmäßig kommen einzelne Tiere auch in die Besucherbereiche und schlendern beispielsweise über das Geländer des Holzplanken-Weges. Achte daher unbedingt auf die Anweisungen der Wächter.

Sepilok Orangutan Centre Fütterungszeit
Fütterungszeit

Indoor- und Outdoor-Nursery: Die Rehabilitations-Einrichtungen im Sepilok Orangutan Rehabilitation Centre

Nach der Einlieferung eines Jungtieres wird dieses zunächst einige Zeit in Quarantäne gehalten. Während dieser Zeit wird der Affe intensiv medizinisch untersucht. Es soll natürlich unbedingt vermieden werden, dass neue Tiere Krankheiten einschleppen. Anschließend beginnt das langwierige Auswilderungsprogramm. Dieses kann bis zu 7 Jahre in Anspruch nehmen. Abgeschieden von Besuchern werden die Neuankömmlinge zunächst im „Indoor-Nursery“ aufgepäppelt. Hier wird damit begonnen, die natürlichen Instinkte zu entwickeln. Dazu zählen vor allem das Klettern, das Bauen eines Nestes oder das Suchen von Futter. Die Pfleger unterstützen die Tiere dabei und zeigen ihnen beispielsweise, wie man klettert. Wichtiger ist es aber, dass die Frischlinge sich ihr typisches Verhalten von den schon etwas älteren Affen abgucken und von ihnen lernen.

Sepilok Rehabilitations-Einrichtung
Outdoor Nursery im Sepilok Orangutan Rehabilitation Centre
Outdoor-Nursery

Nach dieser Zeit werden die Tiere in die „Outdoor-Nursery“ verlegt. 2014 wurde ein Gebäude eröffnet, aus dem du die Kleinen auf ihrem „Spielplatz“ beobachten kann. Zum Schutz der Tiere zwar hinter Glasscheiben, dafür gibt es aber ausreichend Sitzgelegenheiten in Tribünenform. Fotos kann man hier leider sehr schlecht machen. Auch in der Outdoor-Nursery steht es im Vordergrund, den Orangutans ihre natürlichen Fähigkeiten beizubringen und die Instinkte zu entwickeln, damit sie in freier Wildbahn überleben können. Die Pfleger kümmern sich mit viel Hingabe und Durchhaltevermögen darum, die jungen und verspielten Affen zum Klettern zu motivieren. Der Kontakt zu Menschen soll aber so gering wie möglich gehalten werden, schließlich sollen die Tiere später in die Freiheit entlassen werden. Und da ist es gefährlich, wenn sie eine Bindung und Vertrauen zu Menschen haben.

Die Freilassung ist der letzte Schritt des Rehabilitations-Programms. Alle Tiere werden genauestens beobachtet. Sind die Pfleger der Meinung, dass ein Affe bereit dafür ist, wird er in das 43 Quadratkilometer große Kabili Sepilok Forest Reserve entlassen.

Anfahrt zum Sepilok Orangutan Rehabilitation Centre

Die Buslinie Nummer 14 fährt direkt von Sandakan zum Sepilok Orangutan Rehabilitations-Zentrum (Endstation). Abfahrt in Sandakan ist um 09:00, 10:30, 11:30, 13:00 und 14:00 Uhr. Rückfahrten werden um 10:30, 11:30, 12:30, 14:00 und 16:00 angeboten. Bitte überprüfe die Abfahrtszeiten unbedingt nochmal an den Tagen, bevor du den Bus nehmen möchtest. Die Fahrt kostet 4 MYR pro Person. Die Fahrzeit beträgt ungefähr 45 Minuten.  

Alternativ kannst du mit dem Taxi von Sandakan nach Sepilok fahren. Dies kostet ungefähr 35-45 MYR und du wirst ebenfalls direkt bis zum Eingang der Rehabilitations-Einrichtung gefahren.

Wenn du von Kota Kinabalu aus mit dem Bus nach Sepilok reisen möchtest musst du den Bus nach Sandakan nehmen. Sage dem Busfahrer, dass du in Sepilok aussteigen willst. Er lässt dich dann an einem Kreisel ca. 1,5-2 Kilometer entfernt aussteigen. Die letzten Meter musst du laufen oder dich von deiner Unterkunft abholen lassen. Die Fahrt dauert circa 5 Stunden.

Die Öffnungszeiten der Einrichtung sind wie folgt: täglich 9-12 Uhr (freitags nur 9-11 Uhr) und 14-16 Uhr. Der Eintritt kostet 30 MYR.

Sepilok ist eine Reise wert

Unterkünfte in Sepilok

Sepilok ist ein optimaler Ort, um die Highlights rund um Sandakan zu besichtigen. Orangutans und Sonnenbären gibt es direkt am Rande des Dorfs, eine Nasenaffen-Einrichtung ist auch nicht weit weg. Die Fahrten in die Kinabatangan-Gebiete führen oftmals außerdem auch an Sepilok vorbei.

In Sepilok gibt es ein paar kleinere Unterkünfte. Die Spanne reicht vom Homestay bis zum Bungalow im gehobenen Resort. Sandakan ist auch nicht weit entfernt. Auch hier kann man seine Zelte aufschlagen und die Touren von dort aus starten. In Sandakan ist die Auswahl an Unterkünften um einiges größer. Und die Preise sind in der Regel ein wenig günstiger.

Unsere Empfehlung

Ein Besuch der Schutzeinrichtung ist absolut empfehlenswert, denn in komplett freier Wildbahn sind Orangutans nur sehr selten zu finden. Und eine Tour nach Sepilok lohnt sich noch aus einem zweiten Grund: das Bornean Sun Bear Conservation Centre. Beide Zentren lassen sich perfekt an einem Tag miteinander verbinden. Sepilok ist wegen der beiden Einrichtungen unseres Erachtens ein Ort, den du auf deiner Borneo-Reise definitiv ansteuern solltest.

Im Orangutan Zentrum finden zwei tägliche Fütterungen statt. Wer bei der ersten keine Affen zu sehen bekommen hat oder die Tiere schlichtweg zweimal sehen möchte, kann am Nachmittag einfach nochmal wiederkommen. Das Ticket gilt für den gesamten Tag.

Eine Kamera kostet 10 MYR. Es gibt vereinzelt Berichte, nach denen eine Fee von 1.000 MYR erhoben wird, wenn man Objektive mit langer Brennweite nutzen möchte. Wir können das zwar nicht bestätigen, du solltest dir des Risikos aber bewusst sein, wenn du entsprechende Ausrüstung mitnehmen möchtest.

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