Am Kinabatangan River gibt es eine Artenvielfalt fast wie am Amazonas

Der Kinabatangan ist der zweitgrößte Fluss Malaysias und der größte in Sabah. Er entspringt in der Landesmitte von Sabah in den Bergen und schlängelt sich dann 560 Kilometer bis zu seiner Mündung in der Sulusee. Während die Gebiete entlang des Oberlaufs stark unter Abholzung und Rodung zu leiden hatten, sind die Mangrovensümpfe und Wälder im Flachland noch besser erhalten.

Kinabatangan River
Blick über das Kinabatangan Gebiet

Dort bietet der Fluss eine unglaubliche Artenvielfalt, wie sie eigentlich nur vom Amazonas in Südamerika bekannt ist. Im Fluss selbst leben Krokodile, in den angrenzenden Wäldern finden unter anderem Nebelparder, Orang-Utans, Zwergelefanten, Sonnenbären, Nasenaffen, Gibbons, Makaken und viele Vogelarten ein zu Hause. Der Kinabatangan River gilt darum als eines der besten Wildlife-Beobachtungsgebiete in Südost-Asien. Die Einheimischen nennen ihn entsprechend „Sabahs Geschenk an die Erde“. Zum Schutz dieser Flora und Fauna wurden verschiedene Gebiete mit insgesamt rund 27.000 Hektar entlang des Flusses als Kinabatangan Wildlife Sanctuary unter Schutz gestellt. Die Gomantong-Höhlen sind ein weiteres Highlight in der Nähe des Flusses. Hier leben jeweils circa 1,5 Millionen Fledermäuse und Salangane.

Flusssafaris sind die beste Möglichkeit, das Gebiet zu erkunden

Wie in vielen anderen Regionen Borneos ist es auch in der Gegend um den Kinabatangan River nicht ratsam, den Regenwald auf eigene Faust zu erkunden. Zu groß ist die Gefahr sich zu verlaufen. Außerdem können Zwergelefanten, Orang-Utans und andere Tiere zur Gefahr werden. Viele Unterkünfte und Tourenanbieter bieten allerdings geführte Wanderungen an. Teilweise auch nachts, was nochmal ganz andere Einblicke in das Dschungel-Leben ermöglicht.

Die beste Möglichkeit auf Entdeckungstour zu gehen bieten aber Flusssafaris. Die Ausfahrten finden in der Regel früh morgens und nachmittags statt. Dann sind die Chancen am besten, Tiere entlang des Flusses zu sehen. Gerade Affen fühlen sich am Fluss sicherer und verbringen daher hier die Nacht. Tagsüber ziehen sie sich oft in den Regenwald zurück. Vielfach werden daher auch Nachtfahrten angeboten. Diese bieten die Chance, auch nachtaktivere Tiere zu sehen.

Nasenaffe am Kinabatangan River
Nasenaffe am Kinabatangan
Flusssafari auf dem Kinabatangan River
Flusssafari
Kinabatangan River
Kinabatangan River
Kinabatangan River Makaken
Makaken

Die Guides auf den Booten haben meist jahrelange Erfahrung und sind hervorragend darin, die Dschungel-Bewohner am Rande des Flusses aufzuspüren. Aber auch am Kinabatangan gilt: man braucht Glück, um Tiere in der Wildnis zu sehen. Zwar ist der Regenwald hier bei weitem nicht so dicht wie in anderen Naturschutzgebieten. Aber das bringt auch den Nachteil mit sich, dass nicht so viel Futter vorhanden ist. Und darauf scheint sich die Tierwelt eingestellt zu haben. Die Guides achten auf jedes Geräusch, jede Bewegung und die speziellen Umrisse der Tiere. Sie sind immer auf der Pirsch, um dir möglichst viele der hier existierenden Lebewesen zu zeigen und deine Safari zu einem besonderen Erlebnis zu machen.

Kinabatangan Ox Bow Lake
Ox Bow Lake

Während der Regenzeit ist es an ein paar Stellen möglich den Flusskanal zu verlassen und zu Altwasserseen, auch Ox Bow Lake genannt, zu gelangen. Dies sind stille Gewässer, die entweder früher einmal mit dem Kinabatangan River verbunden waren, mittlerweile aber abgeschnitten sind. Oder es sind Überschwemmungsgebiete, die jährlich während der Regenzeit neu geflutet werden. An den Altwasserseen gibt es eine größere Wildtier-Konzentration.

Krokodile, Orang-Utans, Zwergelefanten und viele mehr – Der Kinabatangan bietet eine unglaubliche Vielfalt

Die Tierwelt im und um den Kinabatangan ist unglaublich vielfältig. Zu den häufigsten Sichtungen zählen verschiedene Arten der Makaken-Affen. Aber auch Nasenaffen leben hier und halten sich regelmäßig in Flussnähe auf. Gerade in den Morgenstunden bietet sich oftmals die Möglichkeit, die Affen beim herumtollen zu beobachten. Entdecke außerdem riesige Warane, während sie auf einem Baum ein Bad in der Sonne genießen. Oder Schlangen, die sich über Äste schlängeln. Beobachte Krokodile, die im braunen Wasser schwimmen oder am Ufer ruhen. Die Chancen, im Kinabatangan River Krokodile zu sehen sind recht groß.

Orang-Utan am Kinabatangan River
Borneo-Zwergelefanten am Ufer
Waran auf einem Ast
Krokodil am Ufer des Kinabatangan River

Ein gutes Zeichen ist es immer, wenn dein Guide zielstrebig auf das Ufer zufährt und dann den Motor des Bootes abstellt. Vielleicht hat er hoch oben in den Baumkronen einen Orang-Utan erspäht? Die Orang-Utan-Population scheint im Kinabatangan-Gebiet aber nicht besonders groß zu sein. Du solltest also nicht die Erwartung haben, hier freilebende Menschenaffen zu sehen. Ein weiteres Highlight am Fluss sind Borneo-Zwergelefanten. Vielleicht ist Fortuna auf deiner Seite und du kannst Zwergelefanten beobachten, wie sie am Flussufer Gras fressen oder den Kinabatangan überqueren? Aber auch die kleinsten Elefanten der Welt sind selten. Es bedarf auch hier Glück, um welche zu sehen. Darüber hinaus gibt es entlang des Flusses eine äußerst vielfältige Vogelwelt. Dazu zählen unter anderem verschiedene Hornbill- und Eisvogel-Arten, Fischadler, Türkisracken, mehrere Trogon-Arten oder die bunten Bienenfresser.

Hornbills am Kinabatangan
Hornbills am Kinabatangan
Kinabatangan River Eisvogel
Eisvogel
Fischadler am Kinabatangan River
Kinabatangan River Bienenfresser
Bienenfresser

Eine Wanderung durch den Regenwald liefert Einblick in eine ganz andere Seite des Dschungels und eine völlig andere Tierwelt. Hier siehst du viele Kriechtiere wie Spinnen und kleinere Reptilien oder Insekten. Auch ein nächtlicher Ausflug, ganz gleich ob auf einem Boot oder als Night-Walk, bietet die Chance, den Regenwald von einer völlig anderen Seite zu entdecken. Achte daher bei der Buchung unbedingt darauf, dass deine Unterkunft bzw. dein Anbieter auch nachts Ausflüge anbieten. Dann hast du vielleicht auch das Glück Nebelparder zu sehen. Denn auch sie sind in den Gebieten entlang des Kinabatangan heimisch. Nebelparder sind aber ebenfalls äußerst selten. Das sie außerdem nachtaktiv und extrem gut getarnt sind, erschwert das Aufspüren der Tiere zusätzlich.

Leider ist die Rodung des Regenwaldes auch rund um den Fluss gegenwärtig

Brücke über den Kinabatangan River
Brücke über den Kinabatangan

Leider hat die Rodung des Regenwalds auch am Kinabatangan und vor dem Gebiet rund um Sukau nicht Halt gemacht hat. In und um Sukau befinden sich die meisten Unterkünfte für Touristen. Von hier aus starten die Boote zu den Flusssafaris. Egal ob man in südliche oder in nördliche Richtung aufbricht, nach einiger Zeit kann man Palmölplantage am Flussufer ausmachen. Teilweise grenzen sie quasi direkt an den Fluss an. Vielfach ist nur ein dünner Streifen Regenwald erhalten geblieben. Dieser ermöglicht es den Tieren, am Fluss entlang zu wandern.

An einigen Stellen haben Naturschützer bereits Seile über den Fluss gespannt. Da Orang-Utans nicht schwimmen können, dienen die Seile ihnen dazu den Fluss zu überqueren. Und damit sind sie auch eine Möglichkeit zur Flucht, wenn ein Menschenaffe in ein Gebiet gewandert ist, in dem Palmölplantage bis dicht an den Fluss heranragen.

Ein weiteres Highlight entlang des Kinabatangan: die Gomantong-Caves

Die Gomantong-Caves sind das größte Höhlensystem im unteren Kinabatangan-Gebiet und befinden sich im Wildtier-Schutzgebiet. Sie sind in zwei Teile gegliedert. Die tiefer gelegene Schwarze Höhle („Simud Hitam“) sowie die darüber befindliche Weiße Höhle („Simud Putih“). Die Namen haben die Höhlen aufgrund der Salanganen-Nester erhalten, die dort vorzufinden sind. In der chinesischen Küche sind diese Nester eine Delikatesse und werden in der Schwalbennestersuppe serviert. Zum Schutz der Population ist das Einsammeln der Nester in den Gomantong-Höhlen nur zwei Mal pro Jahr erlaubt. Einmal noch vor der Ei-Ablage, so dass die Vögel noch ein neues Nest bauen können, und dann nochmal nachdem die Jungtiere die Nester verlassen haben.

Gomantong Höhlen
Gomantong-Höhle

Die Weiße Höhle ist die größere der beiden Höhlen, aber nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Sie liegt auf der Rückseite der Schwarzen Höhle und ist durch einen circa 30-minütigen Aufstieg zu erreichen. Hier nisten Weißnestsalanganen. Dies sind die wertvolleren Nester.

Die Schwarze Höhle ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Sie befindet sich nur ein paar Minuten vom Gebäude entfernt. In ihr sind die weniger wertvollen Nester der Schwarznestsalanganen zu finden. Im Vergleich zu anderen Höhlen auf Borneo ist die Höhle recht klein und entsprechend schnell begangen. Auffällig ist der beißende Geruch des Kots der Fledermäuse und Salanganen. Dieser ist allerdings eine perfekte Lebensgrundlage für viele Insekten und andere kleine Tierchen, die hier leben.

Kinabatangan
Kinabatangan

Anreise in das Kinabatangan-Gebiet

Eine Anreise zum Kinabatangan auf eigene Faust ist nicht üblich. Wenn überhaupt funktioniert dies nach Sukau. Zwischen Sukau und Sandakan pendelt täglich ein Minibus. Ansonsten fahren öffentliche Verkehrsmittel nicht in die Gebiete am Fluss.

In der Regel wird die Anfahrt entweder durch die Unterkunft oder den Tourenanbieter organisiert. Ausgangspunkte sind normalerweise Sandakan oder Sepilok. Die Fahrt dauert rund 2-3 Stunden. Auch auf dieser Fahrt wird einem das Ausmaß der Palmöl-Plantagen auf Borneo deutlich bewusst. Scheinbar endlos lang fährt man entlang der Plantagen. Einige wenige Unterkünfte holen ihre Gäste auch mit dem Boot aus Sandakan ab.

Unterkünfte entlang des Flusses

Im Kinabatangan-Gebiet gibt es verschiedene Unterkünfte. Von ganz einfachen Homestays bis hin zu gehobenen Lodges ist für jeden Geschmack und jedes Budget das passende dabei. Die meisten Unterkünfte befinden sich in und um Sukau, einem kleinen Städtchen direkt am Fluss. Hier gibt es auch ein Restaurant und einen Shop.

Zwergelefant im Kinabatangan
Zwergelefanten im Kinabatangan

Unsere Empfehlung

Der Kinabatangan-River ist eine der Höhepunkte Borneos. Allerdings darf man nicht mit einer allzu großen Erwartungshaltung anreisen. Denn Regenwald-Rodungen haben ihre Spuren hinterlassen. Es ist dennoch ein tolles Erlebnis, in idyllischer Ruhe über den Fluss zu schippern und nach Tieren Ausschau zu halten.

Es empfiehlt sich frühzeitig zu buchen und die verschiedenen Touren zu vergleichen. Besonders solltest du darauf achten, welche Leistungen vor Ort, also Ausflüge, in den Angeboten schon beinhaltet sind. Sonst können sich vermeintlich günstige Angebote hinterher als teuer erweisen.

Wer die Region nicht direkt nach seiner Ankunft besucht, für den eignet sich Sepilok sehr gut als Startpunkt. Für die meisten Touren liegt dies auf dem Weg zwischen dem Fluss und Sandakan. Es reduziert demnach die Fahrzeit und ist teilweise auch etwas günstiger.

Es gibt in den Gebieten am Fluss leider sehr viele Blutegel. Schutz gegen die kleinen Blutsauger sollte daher in jedem Fall mitgebracht werden, wenn du auch Wanderungen planst (was total ratsam ist).

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